Krankenhaus Düren gem. GmbH – Strahlenschutzbunker für Linearbeschleuniger

Ein Linearbeschleuniger (Foto: Fa. Varian) wird in der Radio-Onkologie verwendet und ist ein Gerät zur Erzeugung von energiereichen Röntgenstrahlen, die zur Behandlung von Tumorpatienten erforderlich sind. Durch mehrfache Bestrahlung aus unterschiedlichen Richtungen werden Krebszellen abgetötet, wobei die Zielgenauigkeit im Millimeterbereich liegt.

Der digitale medizinische Clinac Linearbeschleuniger ist für die neuesten Verfahren zur Tumoreliminierung mittels Strahlentherapie - einschließlich IMRT - einsetzbar.

Während der Bestrahlung darf sich außer dem Patienten niemand sonst im Behandlungsraum befinden und die hochenergetischen Photonenstrahlen dürfen ihn natürlich auch nicht verlassen. Dazu muss die bauliche Hülle des Strahlenschutzbunkers entsprechend ausgeführt werden.

 

Im Prinzip werden Strahlen durch Masse abgeschirmt. Möglich wären z.B. Bleiplatten, man erreicht durch entsprechend dicke Betonbauteile jedoch ebenfalls die erforderlichen Werte.

Die hier verwendeten Wände und Decken sind bis zu 1,75 m dick. Im Hauptstrahlungskegel, wo dies noch nicht ausreicht, wird ein spezieller Schwerbeton verwendet: die normalen Zuschlagstoffe aus Kies werden dann ersetzt durch Barytgestein, das ein Raumgewicht von bis zu 3,5 Tonnen pro Kubikmeter aufweist.

Die Baustelle wurde labortechnisch überwacht, jede Betonlieferung genauestens untersucht, gewogen, das Ausbreitmaß bestimmt und Probewürfel erzeugt.

Derartige Bauteile sind betontechnologisch entsprechend anspruchsvoll in der Herstellung. Es ist nicht möglich, solch große Querschnitte in „einem Rutsch“ zu betonieren, da die bei dem Abbindeprozess entstehende Reaktionswärme zu hoch wäre und der Betonquerschnitt sofort wieder reißen würde. Daher wurden die Betonierabschnitte entsprechend klein gewählt und die Arbeitsfugen mit einem Streckmetallgewebe abgeschalt, um einen optimalen Verbund zum nächsten Abschnitt zu erzeugen.

Die Deckenbewehrung ist mannshoch und der Blick in die Wandschalung erinnert an einen Büroflur

Ungewöhnliche Bauteildimensionen erfordern entsprechendes Know-how

Bei den enormen Gewichten des flüssigen Betons muss die Schalung entsprechend stabil sein. Die zahlreichen Abspannungen der Randschalung sind wegen Stolpergefahr während des Betoniervorganges markiert.

Die Tür des Zugangs zum Schaltraum muss den gleichen Strahlenschutz bieten wie die Wände. Erreicht wurde das durch ein Türblatt, dessen 1 m dicker Stahlkorpus mit Barytbeton ausgefüllt wurde (Fa. Pontax). Das Gewicht von rund 30 Tonnen lässt sich nur mit motorischem Antrieb als Schiebetor bewältigen. Im Notfall geht es aber auch per Hand mit einem Kettenzug.

Die Einbringung des Linearbeschleunigers durch die Oberlichtöffnung erfordert millimetergenaues Arbeiten. Anschließend erfolgt die Abdeckung mit einem Lichtband und Fertigstellung der Dachbegrünung.

Der Linearbeschleuniger (Fa. Varian) während der Endmontage.